29. Janu­ar 2019

Selbstmanagement bedeutet so viel mehr

…als Projekte managen zu können

Interessant finde ich bei Diskussionen zum Thema Selbstmanagement immer wieder, wie sehr wir automatisch davon ausgehen, dass mit der Fähigkeit Projekte (kleine wie große) managen zu können, auch gleich die Kompetenz zur Selbstführung einhergeht

Text & Bild | Nadi­ne Tho­mas

Wäh­rend ges­tern drau­ßen eine Schnee­flo­cke auf die nächs­te folg­te, hat­ten wir es drin­nen gemüt­lich und warm. Ich war zu einem „Fol­low-up“ an der Uni­ver­si­tät Sie­gen als Refe­ren­tin ein­ge­la­den. Eines mei­ner Lieb­lings­the­men stand auf der Tages­ord­nung: Selbst­ma­nage­ment.

Inter­es­sant fin­de ich bei Dis­kus­sio­nen zu die­sem The­ma immer wie­der, wie sehr wir auto­ma­tisch davon aus­ge­hen, dass mit der Fähig­keit Pro­jek­te, klei­ne wie gro­ße, mana­gen zu kön­nen, auch gleich die Kom­pe­tenz zum Selbstmanage­ment und der Selbst­füh­rung ein­her­geht.

Selbstmanage­ment bedeu­tet aber so viel mehr! Es beginnt zunächst mit der Fähig­keit zur Selbst-reflek­ti­on. Dann braucht es außer­dem eine gute Por­ti­on Selbst-bewusst-sein, viel Selbst-kennt­nis und ordent­lich Selbst-dis­zi­plin, um den not­wen­di­gen Refle­xi­ons­raum zu schaf­fen und auch immer wie­der dort­hin zurück­zu­keh­ren.

Die­sen „Kon­takt zu sich selbst“ her­zu­stel­len und zuzu­las­sen, fällt vie­len Men­schen schwer. Und tat­säch­lich fin­det sich in der Außen­welt rund um die Uhr auch ordent­lich Ablen­kung. Ablen­kung von uns selbst, von unse­rem Innen­le­ben.

Der Psy­cho­lo­ge Marc Witt­mann bringt dies in einem ▸Inter­view in der ZEIT auf den Punkt, wenn er sagt:

„Wir erle­ben uns selbst nicht mehr. Das klingt komisch, heißt aber, dass wir gar nicht mehr wis­sen, wie es uns geht. Wenn ich gehetzt in die Arbeit kom­me und abends wie­der nach Hau­se gehe und mir nicht ein­mal die­se 15 Minu­ten oder hal­be Stun­de auf dem Nach­hau­se­weg neh­me, um über mich selbst nach­zu­den­ken und mich zu fra­gen: ‚Wie geht es mir eigent­lich? Was will ich eigent­lich? Was mache ich heu­te Abend?‘, dann ver­lie­re ich irgend­wann den Kon­takt zu mir selbst.“

Wie kann da bit­te­schön Selbst­ma­nage­ment „easy“ gelin­gen? Das Schö­ne an dem Inter­view zum The­ma Zeit­emp­fin­den ist, wir bekom­men gleich auch eine mög­li­che Hand­lungs­op­ti­on prä­sen­tiert, um Zeit für uns zurück zu gewin­nen: das Smart­pho­ne öfters mal zu Hau­se las­sen.